Offener Brief an unseren Bürgermeister Herrn Hofmann und alle Gemeinderäte der Gemeinde Planegg! (Juni 2015)

Während die Stadt München und andere Städte Zentren der Ruhe und Erholung einrichten, soll Martinsrieds einzige Stätte der Erholung um ca. 14% beschnitten werden, obwohl unser Ortsteil gerade auf eine weitere Zunahme an Verkehr und Menschen zusteuert.

Machen Sie sich bewußt:

Egal aus welchem der Wohnviertel Martinsrieds man kommt – der Park ist der Treffpunkt in der Freizeit schlechthin, der eigentliche Mittelpunkt unseres Ortes, die gefühlte Ortsmitte.

Jogger, Familien mit kleinen Kindern, größere Kinder, Hundebesitzer, Jugendliche, Erwachsene, auch mittags aus den umliegenden Betrieben, treffen sich hier zwanglos zu Spaziergang, Picknick, Sport und Spiel – in allen Bereichen des Parks, die unterschiedliche Funktionen haben. Oft erlebt man mit, wie sich Gruppen selbstverständlich öffnen, wenn Fremde hinzukommen und sich beteiligen wollen. Das ist die Grundlage für das friedliche Zusammenleben der hiesigen, so unterschiedlichen Bevölkerung.

Ein breiter Konsens besteht in Martinsried darüber, daß Flüchtlingen, Menschen in Not, geholfen werden muß und man ist bereit, sie in die hiesige Gemeinschaft zu integrieren.

Dazu ist der Park in seiner jetzigen Form und Ausdehnung in Zukunft aber nötiger denn je, zumal Martinsried nur diesen einen Bolzplatz hat: dort kommt man zwanglos über Sport und Spiel miteinander ins Gespräch und lernt sich kennen.

Herr Bürgermeister Hofmann, als Sie Ende Januar Ihr Amt antraten, sagten Sie:

„Ich will durch meine Arbeit als Bürgermeister überzeugen… und mich … darum bemühen, immer wieder eine möglichst breite Mehrheit bei den anstehenden Entscheidungen zu finden.“

Eine breite Mehrheit der Martinsrieder weiß um die Wichtigkeit des gesamten Parks mit all seinen einzelnen Bereichen als Raum der Integration und schätzt ihn aus diesem Grund. Öffnen Sie sich deshalb für eine neue Standortwahl. Zeitdruck ist aktuell nicht mehr gegeben durch die Belegung der Dreifachturnhalle und die angekündigte Traglufthalle in Martinsried. Andere Standorte können nun in Ruhe geprüft werden.

Sie sagten auch: „Die Zukunft unserer Gemeinde braucht das Miteinander von Jung und Alt, in allen Bevölkerungsschichten, von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen (….) und von allen Gruppierungen im Gemeinderat. Wenn alle zusammenhelfen, können wir vieles erreichen.“

Ein von Ihnen gewünschtes Miteinander aber setzt Verständnis und Zugehen auf den anderen voraus.

Werden Sie als Bürgermeister und als Gemeinderäte Ihren Verpflichtungen allen gegenüber gerecht, indem Sie darauf achten, daß dieser Wunsch der Martinsrieder nach Erhalt ihres Parks und einer Verlegung des Standorts ihnen nicht weiterhin böswilligerweise als Ablehnung der Asylbewerber ausgelegt wird! Sorgen Sie alle dafür, daß nicht noch mehr Öl ins Feuer gegossen wird und setzen Sie den Verunglimpfungen ein Ende!

Zeigen Sie durch Ihr Handeln, daß Sie nicht nur für die Planegger, sondern auch für die Martinsrieder stehen.

Robin Düll, Amela Düll, Barbara Markert, Matthias Markert, Monika Schwank